THOMAS WIEDENHÖFER · UNTERWEGS
Obstbäume und ein Feldweg verschwinden im Morgennebel

Unsere 20. POHLHEIMER LIMESWANDERUNG · 3. OKTOBER 2026

Per pedesZwischen
den Zeiten.

Grenzüberschreitend nach Germanien.
Fettebrot zum Frühstück.
Geschichte im Nebel.

Unsere 20. Limeswanderungvon 10–15 UhrNebel weicht dem Sonnenschein

01 / LEICHTES GEPÄCK, ALTE WEGE

Etwas fehlt.
Überraschenderweise!

Aufbruch – aber etwas fehlt: Kein Rucksack??? Keine Verpflegung, kein Spielzeug, keine Äpfel. Etwas ist anders? Ach ja: Die Kinder sind groß und auf eigenen Pfaden unterwegs. Aber in Gedanken an vielen Stationen mit dabei!

Fast von Beginn an sind wir jedes Jahr dabei. Der Einstieg am südlichen Ende der Runde liegt nahe – und führt wie so oft gegen die „vorgeschriebene“ Laufrichtung. Wanderrebellen! ;-) Dafür kommt gefühlt wirklich jeder entgegen: vom Bürgermeisterkandidaten über Nachbarn bis zu lieben Freunden. Vierzigmal „Guten Morgen“, „Morschen“ und „Hallo“ gehören dazu. Unauffällig geht anders! ;-)

Der Weg ist gewiesen.
01Der Weg ist gewiesen.
Los geht’s mit überraschend leichtem Gepäck.
02Los geht’s mit überraschend leichtem Gepäck.
02

EIGENE ERINNERUNGEN, ALTE SPUREN

Vergangenheit taucht auf
im Nebel!

Vorbei an der ersten Wohnung hier, eigene Geschichte so nah am Weg. Danach tiefer in die Vergangenheit und die Nebel des erwachenden Tages.

Vorbei an der Wüstung Birnkheim, dort erinnern Brunnen, Linde und Kapellenberg an ein verschwundenes Dorf. 799 erstmals, 1471 letztmalig erwähnt. Eine der vielen Spuren auf unserem Weg auf alten Pfaden. Ein Boden getränkt mit Geschichten und Geschichte und heute nur noch eine Zahl im Buch der Erinnerung. Leb wohl, Birnkheim – eine Walnuss bleibt dir da.

Mehr über Birnkheim beim Heimatverein
Die erste Wohnung hier. Ein Stück eigene Geschichte.
03Die erste Wohnung hier. Ein Stück eigene Geschichte.
Der Morgen hat noch keine Konturen.
04Der Morgen hat noch keine Konturen.
Auf alten Wegen durch den Nebel.
05Auf alten Wegen durch den Nebel.
Die Landschaft hält sich bedeckt.
06Die Landschaft hält sich bedeckt.
Zwischen Feldern und Vergangenheit.
07Zwischen Feldern und Vergangenheit.
Birnkheim – ein Dorf ist verschwunden.
08Birnkheim – ein Dorf ist verschwunden.

Die Grüninger Warte

Die „Hoinkdippe“ taucht auf im Nebel. An der Stelle einer mittelalterlichen Warte entstand 1713 eine Windmühle nach holländischem Vorbild. Häufige Reparaturen machten ihr das Leben schwer; 1794 wurde sie aufgegeben. Heute reicht der Blick von der Ruine weit ins Land. An diesem Tag allerdings gesperrt. Dafür eine foucaultische Demonstration der Erdrotation. Gut, dass es stabile Wände gibt, um sich daran zu stützen. ;-)

Die Hoinkdippe auf der Website der Stadt Pohlheim
Die Hoinkdippe taucht auf.
09Die Hoinkdippe taucht auf.
Die Grüninger Warte im Nebel.
10Die Grüninger Warte im Nebel.
Zurück im Nebel der Geschichte.
11Zurück im Nebel der Geschichte.

Ein letzter Blick zurück – schon verschwand sie wieder im Nebel der Wanderung und Zeit.

03

GRENZÜBERTRITT MIT FRÜHSTÜCK

Germanisch.
Bodenständig!

Weiter auf nebeligen Pfaden hinüber auf die germanische Seite. In römischer Zeit bei solchem Wetter vielleicht auch oft so erlebt. In der Nähe des Holzheimer Kleinkastells quert der Weg die alte römische Grenze.

Das Kleinkastell im Holzheimer Unterwald
Die kleine Grenzstation im Wald

Im Wald unweit des Weges liegen die konservierten Grundmauern einer römischen Grenzstation. Mit etwa 19 × 19 Metern gehörte sie zu den kleinsten Kastellen am Obergermanischen Limes. Ihre Besatzung überwachte vermutlich den Grenzverkehr. Große Geschichte auf erstaunlich kleiner Grundfläche.

Dann taucht der Limesturm bei Grüningen im Nebel auf. Der Blick nun von germanischem Boden. Der sichtbare Bau wurde 1967 neben den antiken Turmfundamenten errichtet. Am Turm eine „echte“ römische Grenzwache zur Begrüßung.

Der Pohlheimer Limesturm
Weiter in Richtung Limes.
12Weiter in Richtung Limes.
Nebel über dem Grenzland.
13Nebel über dem Grenzland.
Dem Römerturm entgegen.
14Dem Römerturm entgegen.
Der Limesturm bei Grüningen.
15Der Limesturm bei Grüningen.

Die Grenze zur Gemütlichkeit ist überschritten

Eine Walnuss als letzte eiserne Reserve. Dahinter die römische Grenze, davor germanische Gastfreundschaft. An der Einkehrhütte ist der große Wanderstrom noch nicht angekommen. Die Kuchen liegen zum Großteil unangeschnitten und unbeleckt bereit. Der Kaffee dampft frisch, das Bier ist morgentaukühl. Glück braucht so wenig!

Die Segelfliegergruppe „Steinkopf“ hat einen Gleiter dabei und wirbt für einen künftigen Mitflug. Ein verlockendes Angebot. Für den eher germanisch-bodenständigen Typ bleibt es bei einem freundlichen Nein – und der Hingabe an den Gerstensaft.

Andere heben ab.
Ich erhebe das Glas!
Einkehr an der „Schutzhütte“.
16Einkehr an der „Schutzhütte“.
Die Kuchen stehen bereit.
17Die Kuchen stehen bereit.
Noch ist die Auswahl groß.
18Noch ist die Auswahl groß.
Eine süße Seite der Wanderung.
19Eine süße Seite der Wanderung.
Abgerundet durch Lauge und Gerste.
20Abgerundet durch Lauge und Gerste.

04 / ÜBER DIE HEIMATKANZEL ZUR NÄCHSTEN STÄRKUNG

Zwei Menschen.
Ein Gedanke: Fettebrot!

Das Wetter mit jeder Minute schöner. Noch Nebel in den Baumwipfeln und Niederungen. Weiter vom Limesturm über die Heimatkanzel, wo der Gesangverein früher eine Leiter für den Talblick hatte. „Fram fram domina“. Dann zum Geflügelverein Eintracht Watzenborn-Steinberg. Zwei unabhängig voneinander getroffene Entscheidungen, ein Ergebnis: Fettebrot. Oder genauer: zwei leckere Fettebrote! Manches gehört einfach zu dieser Wanderung. Absprachen überflüssig. Auf römischer Seite wären es vermutlich Sardellen im Rotweinsud geworden. Auswandern hat seine Vorzüge.

Unterwegs fleißig Walnüsse verteilt – eine Einzahlung für künftige Wanderer-Generationen. Vielleicht reicht es in dreißig Jahren sogar noch für eine eigene Ernte.

Vom Limesturm Richtung Heimatkanzel.
21Vom Limesturm Richtung Heimatkanzel.
Der Nebel macht der Sonne Platz.
22Der Nebel macht der Sonne Platz.
Unterwegs zur nächsten Einkehr.
23Unterwegs zur nächsten Einkehr.
Auf dem Weg zum Geflügelverein.
24Auf dem Weg zum Geflügelverein.
Fettebrot. Gehört einfach dazu.
25Fettebrot. Gehört einfach dazu.
Sonnige Felder rund um Grüningen unter blauem Himmel

05 / BURG, BRATWURST, BESTES WANDERWETTER

Und dann:
Sonne satt!

Zwischen zehn und fünfzehn Uhr schält sich die Landschaft nach und nach aus dem Nebel. Auf dem Weg zur Grüninger Burg liegt die Hoinkdippe nun auf dem gegenüberliegenden Hügel im klaren Licht. Eben noch geheimnisvoll, jetzt einfach nur schön. Perfektes Wanderwetter.

In der Burg warten Kartoffelpfanne und Bratwurst. Die ehemalige Wasserburg stammt vermutlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert; seit 1983 kümmert sich der Heimatverein um ihre Erhaltung. Ein sehr guter Ort, um wieder in der Gegenwart anzukommen.

Mehr zur Grüninger Burg

Nächstes Jahr? Steht schon im Kalender.

Weiter in Richtung Grüningen.
26Weiter in Richtung Grüningen.
Jetzt ist perfektes Wanderwetter.
27Jetzt ist perfektes Wanderwetter.
Auf dem Weg zur Burg.
28Auf dem Weg zur Burg.
Der letzte Abschnitt in der Sonne.
29Der letzte Abschnitt in der Sonne.

WIEDER ZU HAUSE

Geschichte erlebt.
Füße hoch!

Wieder zu Hause. Auch die Füße haben jetzt Feierabend. Ein Tag zwischen alten Grenzen, Nebel und Sonne. Und schon wieder viel zu schnell vorbei.

Wieder zu Hause. Füße hoch.
30Wieder zu Hause. Füße hoch.

DIE RUNDE

Grenzerfahrung
zwischen Raum und Zeit!

Am 3. Oktober 2026 fand die 20. Pohlheimer Limeswanderung statt. Der Heimatverein Grüningen verbindet dabei Landschaft und Geschichte mit vielen ehrenamtlich betreuten Stationen – und mit erfreulich kurzen Wegen zur nächsten Stärkung.

Strecken:
ca. 10 km
Viel zu schnell wieder vorbei:
10–15 Uhr
Zur Limeswanderung beim Heimatverein
Unser Wanderweg · zum Vergrößern anklicken

ZUM MITNEHMEN

Impressionen
der Limeswanderung.

Alle Fotos dieses Tages als ZIP-Datei.

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